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20120706

brainstorming .


Zurück von meiner ersten Fashionweekschnupperreise fühle ich mich ernüchtert, desillusioniert und gar ein wenig verärgert. Zwischen zuviel Trendgeierei und Arroganz habe ich kurzzeitig meine Freude an der Modewelt verloren.
An alle, die mich jetzt für ein kleines naives Blogmädchen halten: Natürlich war und ist mir schon klar, dass es in der Fashionbranche nicht nur Menschen geben kann, die Mode als Hobby, Passion oder Kunstform sehen, sondern ebenso Menschen, die dieses Metier einfach nur als Business oder das Ganze als vollkommen unemotional betrachten. Gleichermaßen weiß ich, dass der Fashionzirkus größtenteils aus Oberflächlichkeit, Überheblichkeit und dem Hang zur Selbstinszenierung zusammensetzt ist. Eigenschaften, die im weitesten Sinne ja auch wichtig und unverzichtbar für ebendiesen Tam Tam sind. I know.
Aber muss es ernsthaft sein, dass man eine eigentlich so schöne und facettenreiche Branche nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen, weil man allen Anschein nach nicht mehr hat, was einen besonders und individuell macht? Und darf man zulassen, dass uns materielle Güter zu egoistisch und arroganten Trotteln machen? Vor dem Zelt tanzen Minderjährige in möglichst auffallenden Outfits über den Asphalt und man sieht ihnen an, dass sie den Fummel nicht tragen, weil sie es schön finden oder weil sie dahinter stehen oder es ihre Persönlichkeit unterstreicht. Nein, sie tragen es, um möglichst oft schräg angeglotzt oder abgelichtet zu werden. Die selbsternannten Fashionvictims begrüßen sich mit französischen Küssen, werfen sich gegenseitig die Komplimente um die Ohren und denken sich gleichzeitig schon insgeheim „wie sieht die blöde Kuh denn eigentlich aus?“. Was ist da los? Die coolen würden jetzt sagen „Das ist die Realität, Baby“, aber ich glaube, dass diese Leute sich vor Allem vor der Realität verstecken.
In meinem Kopf macht sich modetechnisch gerade echt gähnende Leere breit. Klar ist, dass ich das Ganze nicht als Grund dafür nehmen werde mich aus der Modeszene zurück zu ziehen. Eher sehe ich es als meine Aufgabe, gerade im Hinblick auf meine Pläne nach dem Studium (ein eigener Laden soll her! Psst!), das alles irgendwie „besser“ zu machen und in dem Fashiontreibsand eben nicht unterzugehen. Mag sein, dass viele dort anderer Meinung sind und ich in den nächsten Tagen zig (böse) Kommentare unter diesem Text vorfinden werde, aber das musste mal raus.

In der nächsten Woche wird es hier ruhig zugehen, denn es ist Uniklausurenphase. Danach sind Ferien und dann geht es hier, mit hoffentlich neuem Elan, weiter.
An dieser Stelle möchte ich mich aber einmal bei allem meinen Lesern und Verfolgern bedanken. Ihr seid toll und ich freue mich über jede Unterstützung und jedes Kommentar!

20111124

column three .

in dieser kolumne geht es um ein problem, das hoffentlich einige von euch kennen...

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DAS WILL ICH- WAS WILL ICH?
Ich möchte mir was gönnen. Der Grund? Weil man sich öfter mal selbst belohnen sollte vielleicht. Aber eigentlich gibt es keinen tiefsinnigeren Grund. Mit schicken Tretern beschenke ich mich selbst am Liebsten, also schnell virtuell jegliche Onlineshops abgecheckt um dann festzustellen, dass man gar nicht weiß was man haben will. Zwischen Chelsea Boots und Schnürstiefeln ertappe ich mich selbst beim Bestaunen von Nike Air Max Sneakern. Schwanke zwischen praktisch gefütterten Doc Martens und eigentlich viel hübscher anzusehenden, aber für den Winter eher dämlichen Heelvarianten. Angenervt von der eigenen Nicht-Entschlossenheit verlasse ich die digitalen Schuhoasen und denke mir wartest du einfach, bis dir ein hübsches Paar über den Weg läuft. Natürlich wartet man nicht, sondern versucht sich händeringend durch irgendwas von dem Kauf irgendeines Paares überzeugen zu lassen. Wenn ich wüsste welch bescheuerte Synapse dieses Verhalten im Körper auslöst, ich würd ihr gerne mal gehörig den Marsch blasen! Warum sucht man zwanghaft nach irgendetwas was man kaufen will, aber eigentlich gar nicht weiß was man will? Zwischen Sneaker und Stiefel liegen Welten und unzählige andere Eigenarten. Kaufe ich mir einen Sneaker, will ich doch den Stiefel und umgekehrt. Wieso spürt man dann also trotzdem den Drang weiter zu suchen, obwohl man weiß, dass die Jagd doch unbefriedigend endet?!
Und weil mir diese Frage wohl niemand beantworten kann, werde ich mich und meine Nerven weiter mit sinnlosen Konsumfragen quälen.

20111110

column two .

weil euch die erste kleine kolumne so gut gefallen hat, habe ich mir überlegt nun öfter mal texte zu veröffentlichen, die mit meinen empfindungen bezüglich der modewelt zutun haben.
und weil ich gerade auf sneakersuche bin...
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MIT ISABEL MARANT ZUM SPORT.
Ich war nie im Besitz von außergewöhnlich hohen Schuhen. Und ich meine jene Sorte von Schuhen, dessen alleiniger Anblick jeden Zeh meines Fußes weinen und erschauern lässt. Natürlich kenne auch ich das Gefühl leidender Quadratlatschen, die sich nach einem wohlgeformten Birkenstock-Fußbett sehnen und Absätze jeglicher Art verfluchen. Ein allerdings eher seltener Zustand. Warum? Nicht, weil ich den absoluten Geheimtipp habe, um auf haushohen Tretern einen Marathon zu bestreiten, sondern weil ich zu bequem bin. Das Vorurteil Männer würden auf hohe Hacken stehen ist meiner Meinung nach genau so bescheuert, wie sich mit drückenden Schühchen über Kopfsteinpflaster zu quälen. Natürlich können Absätze die Krönung einer grazilen Silhouette sein und ich bewundere jene Frauen, die die Muße und Tapferkeit haben tagtäglich auf Stelzen durch die Welt zu wandern, aber wenn man es nicht kann, es sich nicht antun will oder es einfach nicht zum Typ passt, dann lässt man es doch besser.
Erwartungsgemäß hat die Modewelt auch dafür eine Lösung parat: Sneaker-Heels!
Was mit Isabel Marants Bekett Boots anfing endet in einer Reihe von Turnschuh-Stöckeleien, die ich eher mit orthopädischer Hässlichkeit, als mit lässigem Chic verbinde. Ob hier jetzt die Optik oder die Bequemlichkeit als innovativer Gedanke im Vordergrund steht, bleibt für mich ein Rätsel und auch wenn Mode nicht immer ‚schön’ sein muss, brauche ich diese Neuheit in meinem Leben eher nicht.

20111101

column one .

als ich letzte woche zwecks meiner abschlussarbeit mit meiner professorin redete, fielen mir wieder zahlreiche bloggerklischees vor die füße. ein guter anlass, um darüber einen kleinen post zu schreiben.
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LITAS ZUM FRÜHSTÜCK.

Modeblogger- eine passionierte Leidenschaft, eine Berufung, eine Lebenseinstellung.

Die Parallelwelt der Menschen, die das Fashionbusiness zum Mittelpunkt ihres unglaublich aufregenden Lebens gemacht haben, floriert wie nie und spricht man von „Bloggern“ kann sich mittlerweile ein jeder etwas unter dieser scheinbar neuen Menschengruppe vorstellen.

Behaftet mit Klischees versteckt sich der erstklassige Fashionblogger hinter exorbitanten Sonnenbrillen, schirmt sich mit gigantischer Kopfbedeckung von Verfolgern ab und trägt auf wuchtigen Platformheels die gut gehüteten Fashionmusthaves der kommenden Saison in der gehypten Designertasche nach Hause.

den Coffe-to-go-Becher in der Hand, den weißen Laptop auf dem Schoß werden die scheinbar endlosen Store-Opening-Einladungen, Pressemitteilungen und Werbeanfragen systematisch und halbherzig durchgescrollt und abgehakt. Zielgerichtet und ohne Unterbrechung beginnt nun das Wichtigste im Leben des digitalisierten Fashiongurus: Bloggen und Posten und Twittern was die mit Trendfarben lackierten Fingerchen hergeben. Essenziell beim Outfit posten ist, das man möglichst unnahbar wirkt. Alltagskleidung ist Ruf schädigend, einfache Locations nicht denkbar. Noch rasch die individualisierten Designermarken aufgelistet und das Werk kann online gehen, auf dass es möglichst viele Hypes und Kommentare abwirft. Und so können für heute die absatzgeschundenen Füße hochgelegt, das Ombrehair zurückgeworfen und die Macarons aufgetischt werden.

(das ganze soll im übrigen kein angriff sein und darf ruhig mit einer portion ironie gelesen werden! ;) )

disclaimer .

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